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157.664 REIFENPANNEN ZÄHLTE DER ADAC 2011 in Deutschland

20/05/12

432 Reifen-Pannen täglich
Bruchschäden und poröses Gummi sind die Hauptursachen.
Täglich knapp 432 Pannen bei Pkw-Reifen – diesen statistischen Wert ermittelte der ADAC für 2011. „Insgesamt 157.664 Mal wurde die ADAC Straßenwacht im vergangenen Jahr gerufen, um bei Schäden an Autoreifen zu helfen“, weiß Helmut Schmaler, der als Experte im Technik Zentrum Landsberg jährlich die ADAC Pannenstatistik auswertet. „An den insgesamt rund vier Millionen Autopannen haben die Reifen einen Anteil von 3,9 Prozent.“
Hauptursache für die Pannen des Jahres 2011 war mit 41,2 Prozent die Elektrik, weil Batterien, Anlasser, Generatoren und die Beleuchtung versagten. Fehler im Motormanagement (18,4 Prozent) und der Bereich Sonstige Pannen inklusive Lenkung, Bremsen und Antrieb (17,3 Prozent) rangieren prozentual ebenso vor den Reifenpannen wie Motorschäden (7,4 Prozent), Defekte an der Kraftstoffanlage (5,3 Prozent) sowie Probleme mit Kühlung, Heizung und Klimaanlage (4,5 Prozent).
In der Pannenstatistik des ADAC sind Reifenschäden in folgende Kategorien unterteilt:
1. Reifen,
2. Felge/Rad,
3. Schlauch,
4. Ventil,
5. Notrad,
6. Radbefestigung,
7. Reifendruckkontrolle.
Die mit weitem Abstand meisten Schäden traten im vergangenen Jahr in der Kategorie Reifen auf. Hier erfasste der ADAC 144.508 Pannen, das sind 91,64 Prozent aller Fälle. Innerhalb der Kategorie Reifen dominierten als Fehlerursache die so genannten Brüche in der mechanischen Verbindung. Dazu gehören u.a. Brüche in Flanken und Profilrillen, der Karkasse oder des Stahlmantels in der Lauffläche. Sie wurden 76.626 Mal dokumentiert (53 Prozent).
Die zweithäufigste Fehlerursache bei Reifen war mit 31.289 registrierten Pannen (21,65 Prozent) das porös oder undicht gewordene Gummi.
Auf dem dritten Platz folgten Reifenschäden durch eingedrungene Fremdkörper (20,05 Prozent). Mit 1.209 Fällen (0,83 Prozent) gerade noch im vierstelligen Bereich lagen die verschlissenen Reifen, deren Profil völlig abgefahren war.
Für die sechs übrigen Pannenkategorien ergab sich folgende Verteilung:
1. Schäden an der Radbefestigung: 4.706 Fälle (insgesamt 2,98 Prozent)
2. Ventilschäden: 4.043 Fälle (2,56 Prozent)
3. Schäden an Felge/Rad: 3.251 Fälle (2,06 Prozent)
4. Schäden am Reifendruck-Kontrollsystem: 847 Fälle (0,53 Prozent)
5. Schäden am Schlauch: 208 Fälle (0,13 Prozent)
6. Schäden am Notrad: 101 Fälle (0,06 Prozent)
„Zahlreiche Reifenpannen könnten verhindert werden, wenn die Autofahrer ihre Reifen besser pflegen würden“, ist Norbert Allgäuer, Leiter Pirelli Tyre Campus, überzeugt. „Dazu gehört die regelmäßige Sichtkontrolle, das Fahren mit korrektem Reifenfülldruck, das behutsame Überfahren von Bordsteinkanten, das richtige Parken des Autos, ohne das Reifen von Bordsteinen gequetscht werden, sowie nicht zuletzt die sachgerechte Lagerung der Pneus vor der Umrüstung.“
Anders als bei den Pkw waren Reifendefekte bei Lkw, Bussen und anderen Nutzfahrzeugen im vergangenen Jahr mit 31,6 Prozent Pannenursache Nr.1. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Lkw-Pannenstatistik des ADAC TruckService, die auf Basis einer Stichprobe von 111.000 Pannenfällen im Jahr 2011 erhoben wurde. Für Werner Renz, Geschäftsführer ADAC TruckService, ist das eine Spätfolge des Krisenjahres 2009: „Die Auswirkungen der Sparmaßnahmen bei Lkw-Reifen machen sich zwei Jahre nach der Krise erst so richtig bemerkbar. In 2011 konnten wir nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter eine vergleichsweise konstante Anzahl an Reifenpannen beobachten.“
In der Detailauswertung der drei größten Pannenursachen zeigt sich, dass bei den Reifendefekten poröser Gummi Hauptauslöser war (96,4 Prozent). In den seltensten Fällen verursachten Radmuttern (1,7 Prozent) oder defekte Bolzen (1,1 Prozent) eine Reifenpanne.
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